Frühstücksquarch: Black Week - "Ersatzreligion Konsum"
Update: 2025-11-29
Description
Der Höhepunkt der Kaufrauschwoche ist der Black Friday und er stammt aus den USA. Er entstand aus der Idee, dass die Eltern nach Thanksgiving einen freien Tag hatten und den für den Einkauf von Weihnachtsgeschenken nutzen . Aus diesem einen Tag ist eine ganze Woche geworden auf den Handel und Kunden gleichermaßen hin fiebern. Was verrät das Konsumspektakel über unsere Gesellschaft?
Der Philosoph und Bestsellerautor Christian Quarch verspürt ein "Unbehagen" angesichts des Schnäppchen-Dauerfeuers während der Black Week. "Mir geht es ein bisschen wie Goethes Torquato Tasso. Man spürt die Absicht und ist verstimmt. Es ist so offensichtlich, dass es hier nur ums Geld geht. Und dann kommt noch diese Nähe zu Weihnachten dazu." Fast fühle es sich an wie ein Konkurrenz-Feiertag. Wie eine "pseudo-Religion des Konsumismus", klagt Quarch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch. "Eine Art Ideologie, die uns Menschen Glück und Erfüllung durch Konsum in Aussicht stellt."
Quarch richtet seine Kritik nicht gegen die Käufer, sondern gegen den Tag an sich. Der Philosoph würde ihn auch gar nicht abschaffen, "weil er viel über die Welt verrät, in der wir leben. Denn es scheint ja so zu sein, dass die Mehrheit gar kein Problem mit dem Imperativ hat, der da lautet: Du sollst konsumieren!" Viele würden sich auch selbst als Konsumenten sehen. Dabei bedeute Konsument nichts anderes, als Verbraucher.
"Und ich fühle mich da doch in meiner Ehre als Mensch missachtet, wenn ich von Ökonomen und Marktstrategen lediglich als 'Verbraucher' wahrgenommen werde." Denn hinter dem Begriff verberge sich eine Haltung. "Aus Sicht der Ökonomie sind wir zu gar nichts anderes interessant und so wird uns diese Rolle geradezu aufgezwungen."
Was den Philosophen stört: "Das Meiste ist doch schon im Überfluss vorhanden. Und noch mehr Verbrauch bedeutet noch mehr Müll." Allein die jährlich nicht verkaufte Überproduktion an Kleidung reiche aus, um fast die halbe Menschheit einzukleiden. "Konsumlust weckt nicht nur falsche Glückserwartungen - sie hinterlässt auch einen enormen ökologischen Schaden."
Der Philosoph und Bestsellerautor Christian Quarch verspürt ein "Unbehagen" angesichts des Schnäppchen-Dauerfeuers während der Black Week. "Mir geht es ein bisschen wie Goethes Torquato Tasso. Man spürt die Absicht und ist verstimmt. Es ist so offensichtlich, dass es hier nur ums Geld geht. Und dann kommt noch diese Nähe zu Weihnachten dazu." Fast fühle es sich an wie ein Konkurrenz-Feiertag. Wie eine "pseudo-Religion des Konsumismus", klagt Quarch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch. "Eine Art Ideologie, die uns Menschen Glück und Erfüllung durch Konsum in Aussicht stellt."
Ist "Schnäppchen machen" unmoralisch?
Quarch richtet seine Kritik nicht gegen die Käufer, sondern gegen den Tag an sich. Der Philosoph würde ihn auch gar nicht abschaffen, "weil er viel über die Welt verrät, in der wir leben. Denn es scheint ja so zu sein, dass die Mehrheit gar kein Problem mit dem Imperativ hat, der da lautet: Du sollst konsumieren!" Viele würden sich auch selbst als Konsumenten sehen. Dabei bedeute Konsument nichts anderes, als Verbraucher.
"Und ich fühle mich da doch in meiner Ehre als Mensch missachtet, wenn ich von Ökonomen und Marktstrategen lediglich als 'Verbraucher' wahrgenommen werde." Denn hinter dem Begriff verberge sich eine Haltung. "Aus Sicht der Ökonomie sind wir zu gar nichts anderes interessant und so wird uns diese Rolle geradezu aufgezwungen."
Was den Philosophen stört: "Das Meiste ist doch schon im Überfluss vorhanden. Und noch mehr Verbrauch bedeutet noch mehr Müll." Allein die jährlich nicht verkaufte Überproduktion an Kleidung reiche aus, um fast die halbe Menschheit einzukleiden. "Konsumlust weckt nicht nur falsche Glückserwartungen - sie hinterlässt auch einen enormen ökologischen Schaden."
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